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Großbrand zerstört Wohnhaus Am Nocken

Aus einem Balkonbrand wurde ein Inferno. 70 Menschen aus mehr als 20 Wohnungen sind obdachlos. Falls sie in ihre Wohnungen zurückkehren, dann wohl nur in der Hoffnung, Erinnerungsstücke, Wertsachen oder wichtige Dokumente zu retten. Wohnungen im Obergeschoss sind komplett ausgebrannt, darunterliegende von Löschwasser geflutet. Das Schadensausmaß ist noch garnicht abschätzbar. Kierspe-Bahnhof lag stundenlang unter einer Rauchwolke, auch die Warn-App Nina schlug an.

Von diesem Balkon breitete sich der Brand aus. © Markus Klümper

KIERSPE (mk) Wie lange die Löscharbeiten dauern werden, ist noch offen. Auch gegen 17 Uhr, rund fünf Stunden nach Ausbruch des Feuers, war der Brand noch nicht unter Kontrolle. Die Kiersper Wehr ist komplett im Einsatz, Unterstützung kam nicht nur aus Meinerzhagen: Halver entsandte ihren Teleskopmast, aus Wuppertal wurden Kräfte mit einem speziellen Hochleistungslöschsystem nach Kierspe geschickt.

Als die Feuerwehr mit den ersten Kräften Am Nocken eintraf, standen zahlreiche Hausbewohner bereits im sicheren Freien. 40 Personen hat die Feuerwehr nach Angaben von Pressesprecher Christian Schwanke gerettet, auch zahlreiche Tiere. Vier Personen wurden verletzt, darunter auch zwei Feuerwehrleute. Bei allen Betroffenen lagen aber nur leichte Verletzungen, wie der Verdacht auf einem leichte Rauchgasvergiftung. Vorsichtshalber wurde recht früh auch mit dem Alarmstichwort “ManV5” umfangreiche medizinische Versorgung an der Einsatzstelle sichergestellt. Vor Ort waren mehrere Rettungswagen, Notärzte und leitende Köpfe aus dem Rettungswesen. Auch Kreisbrandmeister Michael Kling verschaffte sich einen Überblick an der Einsatzstelle.

Die Feuerwehr stand vor einer Mammutaufgabe
Die Einsatzkräfte hatten einen kräftezehrenden Knochenjob zu bewältigen

Das Feuer fraß sich vom Balkon in einen Dachgeschosswohnung, breitete sich von dort immer weiter aus. Prekär war wieder einmal die Flachdachkonstruktion, die die Feuerwehrleute vor große Herausforderungen stellte. Die Nachlöscharbeiten werden sich wohl noch mindestens bis in die Nacht erstrecken. Derweil wird in der Sporthalle am Felderhof ein Feldbettenlager errichtet, um den Betroffenen erstmal ein Dach über dem Kopf zu beschaffen. Viele stehen vor dem absoluten Nichts, nicht wenige fanden aber bereits im privaten Umfeld Unterschlupf. Das DRK Plettenberg hat die Versorgung der Einsatzkräfte übernommen.

Die Rauchentwicklung war immens, und hat nicht nur eine Bevölkerungswarnung per Nina-App nötig gemacht. Umliegende Schulen und Kindergärten waren betroffenen, sogar eine Wohnung in einem angrenzenden Haus wurde durch die Auswirkungen der Rauchgase vorläufig unbewohnbar: Der giftige Qualm war durch ein offenstehendes Fenster reingezogen.

Bürgermeister Olaf Stelse lässt sich von Einsatzleiter Andreas Pfaffenbach die Lage erklären

Für die Feuerwehr entwickelte sich schnell eine Mammutaufgabe. Im Laufe des Nachmittags zündete das Feuer auf der Dachetage mehrfach durch und breitete sich nochmal rasant aus. Die Flammen konnten schnell wieder eingedämmt werden, aber die Einsatzkräfte stellen sich auf umfangreiche Nachlöscharbeiten ein. Bürgermeister Olaf Stelse und ein Mitarbeiterstab des Ordnungsamtes waren vor Ort, um sich um die zahlreichen betroffenen Menschen zu kümmern. Der Schock über das Ausmaß des Unglücks war ihnen anzusehen.

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